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Renditefresser in der privaten Rentenversicherung Renditefresser in der privaten Rentenversicherung

Renditefresser in der privaten Rentenversicherung

13.05.2016

Ist es richtig, sich von einer Renten- oder Lebensversicherung zu trennen, die nach sieben Jahren ein dickes Minus ausweist oder verspiele ich dadurch meine zukünftige Rendite? Vor dieser Frage stehen regelmäßig  tausende von Versicherungskunden. Aber warum kommen Verträge mit einer hohen Garantieverzinsung eigentlich nicht ins Plus?

 

Jeder Kunde prüft nach einer gewissen Zeit, was seine Rentenversicherung bisher gebracht hat und rechnet einfach mal nach - eingezahlte Beiträge mal bisher bezahlte Monate. Mit entsetzen vernehmen Versicherungsnehmer ein vierstelliges Minus, was sich im Laufe der Zeit auf ein fünfstelliges Minus ausweitet. Aber wie kommt das?

 

153 Euro mtl. Beitrag x 12 Monate  x 19 Jahre = 34.884 Euro (22.785 Euro Rückkaufswert)

 

Rentenversicherungsverträge egal, ob Riester, Rürup/ Basisrente oder die betriebliche Altersvorsorge haben alle dasselbe Problem. Sie sind intransparent, haben hohe Abschluss- und Verwaltungskosten und beinhalten teure Zusatzbausteine. Das Thema der Abschlusskosten haben wir in einem gesonderten Beitrag betrachtet - der ebenfalls auf unserer Webseite einsehbar ist. Die dazukommenden durchschnittlichen Verwaltungskosten liegen bei rund zehn Prozent und bevor die Sparbeiträge in den Spartopf fließen, werden alle diese Kosten vorher abgezogen:

 

100 Euro mtl. Beitrag – 25 Euro Abschlusskosten – 10 Euro Verwaltungskosten – xx Euro Risikokosten

 

Der Risikobaustein ist -neben dem Kapitalaufbau- die eigentliche Versicherungsleistung und kann vielfältig aussehen. Zu den häufigsten Einschlüssen zählen, die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit oder gar eine Berufsunfähigkeitsrente, ein Todesfallschutz als Hinterbliebenenleistung oder aber auch Garantieversprechen. Nur der nun übrig bleibende Betrag fließt als Sparbeitrag in die Kapitalanlage ein und erwirtschaftet den ausgewiesenen Garantiezins, sofern vorhanden.

 

100 Euro mtl. Beitrag – 35-60% Kosten = 40-65 Euro Sparbeitrag

 

Ergänzend zum Garantiezins erwirtschaften klassische Renten- und Lebensversicherungen Überschüsse. Die ausgewiesenen Überschüsse werden u. a. mittels Sterbetafeln, also der Lebenserwartung einer bestimmten Personengruppe, kalkuliert. In vielen Policen wurden diese Überschüsse aber mit veralten Sterbetafeln berechnet und damit zu hoch ausgewiesen. Die Versicherungsunternehmen warben mit unhaltbaren und unrealistischen Überschüssen, die, bei Auflage einer neuen aktuelleren Sterbetafel, angepasst werden mussten. Bei einer fondsgebundenen Rentenversicherung sieht das teilweise noch schlechter aus. Einige Fondstarife kalkulieren die Lebenserwartung pauschal mit 100 Jahren, sodass ausgesprochenen Rentengarantien viel zu niedrig angesetzt wurden.

 

Wer sich für eine fondsgebundene Rentenversicherung entschieden hat, der zahlt, zu den Kosten des Versicherungsmantels, noch die Verwaltungskosten der Fonds. Nicht bezahlen muss er hingeben die Abschlusskosten (Agio), die normalerweise bei jedem Fondskauf anfallen. Jedem Kunden, der sich für dieses Produkt entschieden hat, ist nahezulegen, die Fondsauswahl alle drei bis fünf Jahre zu überprüfen und bei Fehlentwicklungen von der kostenfreie Wechseloption gebrauch zu machen. Da nur wenige Spitzenfonds ihre Outperformance über Jahre aufrechterhalten können, wäre es fahrlässig, sich auf die zu Beginn gewählte Fondsauswahl zu verlassen. Hybridprodukte, also Produkte die teilweise in fondsgebundene und klassische Kapitalanlagen investieren, sind häufig, nicht nur in ihrer Funktionsweise, unverständlich, sondern auch auf der Kostenseite intransparent. Je komplexer die Produkte, um so eher ist ein großer Bogen darum zu machen.

 

100 Euro mtl. Beitrag x 12 Monate x 19 Jahre = 22.800 Euro (8.609 Euro Rückkaufswert)

 

Enthält eine Renten- oder Lebensversicherung eine zusätzliche Dynamik, dann erhöhen sich nicht nur der Beitrag und die vereinbarte Leistung. Mit jeder dynamischen Erhöhung kommen alle angesprochenen Kosten erneut anteilig zum Tragen.

 

Auch in einem beitragsfreigestellten Vertrag reduziert sich das Sparguthaben. Wird nicht genügend Rendite erwirtschaftet, fressen die Kosten das Guthaben, wie einen pilzbefallenen Apfel, innerlich auf. Nach einer dreijährigen Einzahlungspause können Verträge -laut Versicherungsbedingungen- nicht wieder in Kraft gesetzt werden. Wer dann eine neue Rentenversicherung abschließt, beginnt mit den hohen Abschlusskosten von vorn.

 

Als Privatperson scheint es fast unmöglich den korrekten Rückkaufwert nachvollziehen zu können. Wir empfehlen dafür Experten einzuschalten, die sich mit der deutschen Rechtslage auskennen. Nicht nur Verbraucherschützer befürworten die höchstrichterlichen Entscheidungen des Bundes- und Europäischen Gerichtshofes, die den Versicherungskunden stärken. Die ProLife hat bereits 35.000 Verträge mit ihrer Rechtsabteilung und den dazugehörigen Versicherungsmathematikern geprüft. Überprüft werden dabei die mögliche Rückabwicklung der Verträge, der korrekte Rückkaufswert und eine Nutzungsentschädigung für entgangene Gewinne. Das Ergebnis: Zahlreiche Verträge haben aufgrund der aktuellen Rechtslage das Potenzial auf weitere zusätzliche Auszahlungen.

 

Wirkliche Transparenz schaffen Sie nur, indem Sie dem Rat der Verbraucherschützer folgen und die Kapitalanlage vom Versicherungsschutz trennen. Einen Hinterbliebenenschutz bekommen Sie beispielsweise über eine Risikolebensversicherung viel günstiger. Auch eine Absicherung der Berufsunfähigkeit bietet von der Stange nicht die nötigte Qualität. Nur in einer getrennten Betrachtung können Tarife verglichen und die Leistungen an den individuellen Bedarf angepasst werden. Ausschließlich eine bedarfsgerechte Absicherung schützt Sie im Ernstfall vor dem sozialen Abstieg. Es gibt viele Kunden, die häufig von allem etwas aber nichts ausreichend haben. Schlimmstenfalls werden die ausgezahlten Versicherungsleistungen nur an die Sozialleistungen angerechnet.

 

Bis Rentenbeginn kann sogar das Langlebigkeitsrisiko eines Rentners ignoriert werden. So liegt die Konzentration während der Ansparphase auf dem größtmöglichen Kapitalaufbau. In unseren Augen ist der Kapitalaufbau im Investmentbanking wesentlich kundenfreundlicher durchzuführen. Die Auswahl in einem Fondsparplan erstreckt sich von verzinslichen Fonds, über Misch- bis zu Aktien-, Rohstoff- und Immobilienfonds. Innerhalb der siebentausend Fonds fallen zwar auch Kosten an - jedoch sind diese transparenter.

 

Die jährliche Depotführungsgebühr fällt mit 0 bis 40 Euro kaum auf. Einmalige Abschluss-/ Kaufkosten liegen zwischen 3 bis 5 % (Agio) und werden direkt vom Sparbeitrag einbehalten.

 

Beitrag mtl. 100 Euro - 5 % Agio = 95 Euro Sparbeitrag

 

Eine Gesamtkostenquote (Total Experse Ratio, TER) gibt die jährlichen Fondskosten für die Verwaltung an, die zusätzlich zum Ausgabeaufschlag anfallen. Je nach Fonds liegt der TER zwischen 0,5 bis 2,5 % und reduziert das Guthaben. Bei einer durchschnittlichen Depotentwicklung von 6 % und einer durchschnittlichen 1,5 %igen Kostenquote, verbleibt eine jährliche Rendite von 4,5 %. Im Vergleich zum Versicherungsmantel sind diese Kosten um ein Vielfaches günstiger, transparent nachzuvollziehen und durch die Fondsauswahl steuerbar.

 

Ist es nun sinnvoll an schlechten Produkten festzuhalten? Viele Versicherungskunden denken, dass ihr Verlust erst mit der Kündigung realisiert wird. Dem ist aber nicht so. Die Fehlentscheidung wurde bereits in der Vergangenheit getroffen und mit der geleisteten Vertragsunterschrift zementiert. Ein kostenträchtiges Kapitalanlageprodukt einer Versicherung wird auch in den Folgejahren nicht weniger kosten.